Historisches

Zur Geschichte des Tango

Im Jahre 1913 erließ der deutsche Kaiser Wilhelm der Zweite ein Dekret, in welchem er seinen Soldaten das Tanzen eines anrüchigen und die Moral zersetzenden Tanzes namens „Tango“ verbot. Die Bayern, ebenfalls stets auf öffentliche Moral bedacht, folgten ein Jahr später. So verfügte die Königlich Bayerische Polizeidirektion in München: „Zum Fasching 1914 wird der Tango ein für allemal verboten. Nach Sachverständigenurteil ist er mehr ein sinnliches Reizmittel als ein Tanz.“ Denn: „Diese Tänze verletzen das Sittlichkeitsgefühl, weil die Tänzerin dabei häufig die Beine seitwärts abspreizt, sodass man die Unterkleider und die Strümpfe sieht.“
Damit waren die Bayern allerdings päpstlicher als der Papst, und das ganz wörtlich. Zwar verurteilte der Kardinal-Vikar von Rom den Tanz mit diesen Worten: „Es ist unerhört, dass dieser schamlose, heidnische Tanz, der ein Attentat auf das Familien- und Gesellschaftsleben bedeutet, sogar in der Residenz des Papstes getanzt wird.“ Doch nach dem Vortanzen fand Papst Pius X den Tanz ganz in Ordnung, auch wenn er ihn weiterhin ablehnte – wie auch den Wiener Walzer und alle anderen Vergnügungen.

So konnte der Tango in seiner verfeinerten Pariser Version einen Siegeszug ohnegleichen durch ganz Europa und Ostasien antreten, er wurde in Finnland mit der gleichen Leidenschaft getanzt wie in Japan, in Deutschland ebenso wie in Frankreich. Heute ist die Begeisterung für den argentinischen Tango neu entflammt, eine Sucht, die Millionen ergreift und sie nicht mehr los lässt. Was ist an diesem Tanz so besonders, ja einzigartig? Wieso kann er die kühlen Finnen ebenso entflammen wie die heißblütigen Argentinier, die höflichen Japaner ebenso wie die fröhlichen Italiener?

Die Geschichte des „Tango argentino“ (eine falsche Bezeichnung: Er stammt aus Argentinien und Uruguay) verrät uns wenig über sein Wesen, dennoch ist sie wichtig. Er entstand etwa um 1890 am Rio de la Plata, in den Städten Buenos Aires (Argentinien) und Montevideo (Uruguay). Vermutlich wurde er von Emigranten getanzt, wo immer sie zusammen kamen: in den finsteren Hinterhöfen der elenden Mietskasernen („conventillos“) ebenso wie bei festlichen Anlässen auf den Straßen, in Kneipen, beim Warten vor Ämtern oder im Bordell. Insoweit ist er eine Schöpfung des großstädtischen Proletariats, vor allem in Buenos Aires, und als solche von den Machthabern des Landes stets verachtet. Denn als der Tango nach Frankreich überschwappte und ganz Paris am Tangofieber erkrankte (etwa ab 1907), charakterisierte ihn der Botschafter Argentiniens auf Anfrage eines englischen Journalisten als einen „Tanz schlecht beleumundeter Häuser und Tavernen der übelsten Art. Niemals tanzt man ihn in anständigen Salons oder unter feinen Leuten. Für argentinische Ohren erweckt die Musik des Tango äußerst unangenehme Vorstellungen.“ Senor Rodriguez Larretta hätte nicht falscher liegen können. Denn aus Paris eroberte der Tango, nun als Re-Import, zusammen mit dem „Vals“, der Tangoform des Musette-Walzers, bald auch die guten Salons Argentiniens. Und so blieb es, bis Wirtschaftskrise und Militärdiktatur sowohl in Europa als auch in Argentinien den Tango als öffentliche Tanzveranstaltung verdrängten. Den Garaus machten ihm allerdings weder misstrauische Diktatoren noch hungernde Massen, sondern die amerikanische Unkultur der Popmusik. Es war „hipp“ in Buenos Aires, Rock oder Pop zu tanzen; Tango war etwas für alte Zöpfe.
So wäre dieser einzigartige Tanz beinahe ausgestorben, hätten ihn nicht einige Tango-Shows in den Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts wiederbelebt. „Tango Argentino“ (1983) und „Tango Pasion“ (noch heute zu sehen) begeisterten weltweit ein internationales Publikum – und starteten wiederum in Paris, von wo aus sie ihren Siegeszug antraten. So kam der Tango zum zweiten Mal nach Argentinien, erneut aus Paris, und diesmal wurde er zur nationalen Sache erklärt. Denn er brachte viele Touristen und damit Devisen, und heute lebt eine ganze Industrie davon, und mit ihr viele junge TänzerInnen aus der argentinischen Hafenstadt, die ihr Geld mit Kursen und kleinen Auftritten in Europa, den USA und Japan machen.

Jetzt wissen wir aber immer noch nicht, was den Tango eigentlich ausmacht. Um die Wahrheit zu sagen: Wir wissen nicht einmal, woher das Wort „Tango“ kommt. Manche meinen, ihn ihm stecke das lateinische Wort „tangere“ für „berühren“, was sehr gut passen würde. Andere führen seine Bezeichnung zurück auf die spanische Trommel „tambor“, die sich über „tambo“ zum „tango“ wandelte. Wieder andere finden den Ursprung in einer afrikanischen Sprache, da die Negersklaven viel zur Musik Lateinamerikas beigetragen haben: „lango“ (ein kongolesischer Tanz), „shango“ (ein nigerianischer Gott), „tamgu“ (Bantu-Wort für „tanzen“), „tango“ (kongolesisch für „geschlossner Ort“). Fakt indes ist, dass zwei Männer die Entwicklung des Tangos entscheidend beeinflussten.

Der erste war ein Deutscher. Er hieß Heinrich Band und hatte in Krefeld (Deutschland) eine Fabrik für Concertinas gegründet, das sind achteckige Harmonikas, die in Deutschland lange Zeit beliebt waren, bis die Nazis sie (und ihre Vereine) verboten. Die Musiker waren ihnen zu wenig abgepasst. Eine spezielle Concertina-Konstruktion aus dem Jahr 1856 nannte er nach sich selbst „Bandonion“. Unter dem Namen Bandoneón wurde dieses ungewöhnliche und schwer zu spielende Instrument zur Seele des Tango. Es passte zum Individualismus der Bewohner von Buenos Aires und zur Melancholie der Tangotexte. „Seufzer des Bandoneón“, „Seele des Bandoneón“, „Bandoneón der Vorstadt“ sind einige der Tangotitel, welche das Instrument verherrlichen. Vor allem: Das Bandoneón ist so schwer zu spielen, das die Musiker den schnellen Rhythmus der „Milonga“ (der damals beliebtesten Tanzform, Vorgängerin des Tango) bändigen mussten. So wandelte sich der fröhliche „Negertanz“ (der Tango wurde ursprünglich von freigelassenen Negersklaven getanzt) zu dem schwermütigen, konzentrierten, intensiven Tanz, wie wir ihn heute kennen – ein langsamer, intensiver, sehr individueller und zum Großteil improvisierter Paartanz mit ungewöhnlichen Figuren und vielen Pausen.

Der zweite Mann, der den Tango wesentlich beeinflusste – manche sagen sogar: über Nacht aus der Taufe hob – war der in Toulouse (Frankreich) 1890 geborene Charles Romuald Gardes. Mit drei Jahren wanderte seine Mutter mit ihm nach Buenos Aires aus, wo er bald durch seine Gesangskünste glänzte und sich in Carlos Gardel umbenannte. Er wurde der berühmteste Sänger des Tango (und ganz Argentiniens), die „Stimme des Tango“, nach seinem frühen und tragischen Tod „der Stumme“ genannt. An einem Abend im Januar 1917 besang er im Teatro Esmeralda seine „traurige Nacht“ („Mi noche triste“) (die Geliebte hatte ihn verlassen) und wurde über Nacht berühmt. Nicht nur, dass er eine beispiellose Karriere begann, die ihn in die USA und nach Paris brachten; mit dieser Form des gesungenen Tango (mit Gitarrenbegleitung) prägte er bis heute den Inhalt der Tangolieder. Die sind immer noch voll Melancholie und Abschiedsschmerz, voll Wehmut und Sehnsucht nach einer besseren Zeit, die – das weiß auch der Sänger – in dieser Form nie existierte, sondern nur in der Erinnerung als Illusion fortlebt. Es sind, nach seinen Worten, „Träume voller Sehnsucht nach dem Gestern der alten Zeit, die ich beweine und die niemals wiederkehrt.“
Gardels wunderbare Stimme, die seinen trotzigen Optimismus so herrlich verkörperte, machte ihn zum Volkshelden. 1935 kam er bei einem Flugzeugunglück ums Leben. Im Cockpit hatte es offenbar vorher eine Auseinandersetzung und Schüsse gegeben – ein würdiger Abgang für einen Tangosänger. Und noch heute, fast 70 Jahre nach seinem Tod, steckt in den kalten Fingern seines Denkmals am Friedhof „Chacarita“ immer eine brennende Zigarette. So was Ähnliches gibt es nur noch in Paris, wo am Grab von Edith Piaf auch heute noch stets frische Blumen liegen.

Natürlich gibt es noch viele Männer und Frauen die den Tango formten: Orchesterleiter und Komponisten wie Francisco Canaro, Anibal Troilo oder Osvaldo Puliese; Tänzer wie „Chacafaz“, Juan Carlos Copes und das Paar Gloria & Eduardo Arquimbaud; oder Musiker wie Astor Piazzolla, die den Tango mit modernem Jazz verbanden und ihn konzertant, aber untanzbar machten. Wir wollen diejenigen vergessen, die den Tango „standardisierten“ (für die Tanzschule und für Wettbewerbe aufbereiteten) und aus einem leidenschaftlichen Tanz eine fade Folge von Schritten machten, eine Parodie auf sich selbst, die mit dem Ursprungstanz nicht das geringste zu tun hat.
Genug der Fakten! Wie kam ich selbst zum Tango? Mich hat von Kind an die Musik der übers Meer Entführen fasziniert. Davon gibt es drei Exemplare:
– den amerikanischen Blues der mit Gewalt verschleppten Schwarzafrikaner;
– den griechischen Rebetiko der mit Gewalt vertriebenen kleinasiatischen Griechen;
– den argentinischen Tango der in Buenos Aires gestrandeten Emigranten aus Europa. Alle drei Emigrantengruppen entwickelten eine eigenartige Musik, die sich irgendwie ähnelt: kleine, unpolitische, sehr persönliche Balladen von Liebe und Leid, Elend und Ausgenutztwerden, vom Vergessen im Alkohol, in Drogen – und im Tanz.
So fasziniert mich am Tango immer noch am meisten die Musik, jene Verbindung aus weinerlichem Geigenschmalz und trotzigem Bandoneon-Klopfen, aus gutmütigem Kontrabass-Gemurmel und scharfzüngigem Klavier. Die Musik ist dazu da, durch Bewegungen der Körper illustriert zu werden. Ohne Musik geht nichts im Tango – und deswegen sind auch Figuren und Schritte belanglos. Es wird ohnedies so gut wie alles improvisiert.
Der Tango ist also ein Tanz der Exilierten, derer, die sich immer als Fremde fühlen, selbst in der Heimat, die einsam sind und im Tango unter Einsamen Gesellschaft suchen – eines der vielen Paradoxa des Tango. Doch der Hauptgrund, warum wir verklemmten Mittel- und Nordeuropäer den Tango so lieben, dieser Grund liegt in seiner Tanzhaltung, die ganz offiziell und auch sehr passend den Namen „abrazo“ = Umarmung trägt. Denn genau das ist sie: Mann und Frau umarmen einander sofort und ohne Vorspiel in einer Weise, die bei keiner anderen menschlichen Tätigkeit üblich ist – außer (vielleicht) beim Sex.
Bei dieser Umarmung fühlst du als Mann die Haare der Frau an deiner Wange, du riechst ihr Parfum und spürst ihren Körper an deiner Brust. Als Frau bemerkst du den Stoppelbart des Mannes, riechst seinen Schweiß oder sein Rasierwasser und erfährst, wie sich seine Beine um die deinen schlingen. Und das Schönste daran: Wenn dir die Nähe zu diesem Partner nicht gefällt, kannst du nach spätestens drei Höflichkeitstänzen die Umarmung wieder lösen – und keiner ist beleidigt. Die Umarmung verpflichtet zu nichts und ist außerdem technisch bedingt, denn die Frau muss stets wissen, was der Mann führt, und das geht nur über den Körper, nicht über Arme oder irgendein Vorauswissen. Also ist diese Nähe erforderlich – eine schöne Ausrede für dieses einzigartige sinnliche Erlebnis. Kein Wunder, dass die Menschen danach süchtig werden.

Doch die innige, intensive und dennoch zu nichts verpflichtende Umarmung ist nicht das einzige Faszinierende dieses erstaunlichen Tanzes. Was mich persönlich so begeistert ist die Grundlage des Tango argentino: die Improvisation. Der Mann führt, die Frau folgt. Das bedeutet keineswegs, dass sie sich wie ein Kartoffelsack übers Parkett schleifen lässt (auch wenn manche deutsche Tänzer „führen“ mit „schieben“ und „folgen“ mit „sich unterwerfen“ verwechseln). Der Mann gibt Impulse und setzt Marken im Fluss der Musik und des Tanzes. Er richtet sich dabei nach der eigenen Stimmung, nach der Musik, nach der Partnerin, nach den anderen Paaren und nach den Gegebenheiten und Möglichkeiten des Tanzsaals. Die Frau nimmt diese Impulse auf und macht etwas daraus – was (und ob überhaupt), das bleibt ihr überlassen. Der Mann muss wiederum auf die Reaktion der Frau reagieren, und so ergibt sich ein ständiges und immer unerwartetes Wechselspiel zweier Menschen, die sich nach der Musik bewegen, aber auch nach ihrem eigenen Rhythmus – ein wortloser Dialog der Körper, der zu einem gemeinsamen Kunstwerk gestaltet werden kann, voll Temperament und Poesie, voll Schwung und Innigkeit, voll dynamisch-kraftvoller Schritte und intensiver Ruhepausen.

Aber – ist der Tango nicht ein echter Macho-Tanz, völlig unzeitgemäß um Zeitalter der weiblichen Emanzipation, eine hoffnungslos veraltete Einrichtung, wo der Mann als eitler Geck eine unterdrückte Frau herumkommandiert? Das ist leider oft unsere Auffassung von Tango und von Macho. In Wirklichkeit können sich im Tango durch seine strengen Regeln – innige Umarmung ja, aber nur für den Tanz, und nach drei Minuten ist Schluss – männliche und weibliche Energien in einer Weise entfalten, wie es sonst in unserer aufgeklärten Gesellschaft nicht möglich ist. Niemand hat das besser ausgedrückt als die amerikanische Literaturwissenschaftlerin und Gelegenheitsschauspielerin Johanna Siegmann, nach eigenen Worten eine starke Frau, die den Tango als Machotanz immer entsetzlich fand, bis sie sich von einer Freundin doch zum Tanzen mitnehmen und überreden ließ. Seitdem ist sie – wie so viele andere auch – dem Tango rettungslos verfallen. Sie hat darüber ein Buch mit dem bezeichnenden Titel „Das Tao des Tango“ geschrieben und ihre Erfahrungen und Empfindungen darin niedergelegt. So sagt sie über die Möglichkeit der Entfaltung weiblicher Energien:

„Ich fühlte mich (beim Tanzen) extrem weiblich und gleichzeitig furchterregend mächtig.“ Denn: „Tango repräsentiert den wahren Kern männlicher und weiblicher Energien.“ Und sie stellt fest: „Die Freiheit, die Sinnlichkeit des Tango auszudrücken, ist nur gegeben bei absolutem gegenseitigem Respekt.“ Und sie fragt: „Könnte es sein, dass der gleiche Respekt und die gleiche Verbindung auch im wahren Leben zwischen Mann und Frau existiert? Die Verschmelzung der Energien während des Tanzes ist möglich, weil die Grenzen perfekt definiert und beachtet werden. Ist das Leben nicht wie ein Tango?“

Die meisten TangotänzerInnen denken umgekehrt: Ist der Tango nicht wie das Leben, ja, ist der Tango nicht das wahre Leben? Doch die Illusion der Geborgenheit, der innigen Gemeinsamkeit, des selbstverständlichen Zusammenseins zweier Körper, ist und bleibt eine Illusion – und wehe dem, der sie in die Wirklichkeit übertragen will. Dem geht es dann so:

Du hast eine Partnerin gefunden, mit der du nicht mehr nur tanzt, du schwebst über das Parkett in einer Vertrautheit, als ob ihr euch seit Jahrzehnten kennt. Der Zauber des Tango beginnt zu wirken, die roten und blauen Lichter verschmelzen mit den Klängen des Bandoneons, der Rhythmus ergießt sich wie von selbst in die Beine, die Stimmung der Verlorenheit berührt die Seelen. Vergessen sind Schritte und Figuren, Mühen und Plagen. Zwei Körper gestalten gemeinsam ein Kunstwerk, zwei Seelen verschmelzen wortlos mit der Musik, zwei Gehirne pulsieren synchron, und die Umwelt existiert nicht mehr … Am nächsten Abend siehst du sie wieder, und du möchtest mit ihr tanzen, ein wenig von dem Zauber des gestrigen Abends entzünden. Doch sie liegt, glückselig lächelnd, in den Armen ihres Liebsten und sieht dich nicht. Du gehst nach Hause, dunkelrote Melancholie im Herzen, und hörst dort Astor Piazzollas „Oblivion“ („Vergessen“). Aber Vergessen, das weißt du genau, gibt es nur im Tango. Und so stehst du das nächste Mal wieder auf den Brettern, die deine Welt bedeuten, und blickst voll Sehnsucht ins Nichts der verlorenen Träume und hoffst auf eine Wirklichkeit, die immer nur Illusion bleibt.

So erkennen wir den Grund der Faszination dieses außergewöhnlichen Tanzes. In einer Zeit, da sich alle überkommenen Werte langsam auflösen, die die Menschen ihre ethische Orientierung verlieren, da die Rollen von Mann und Frau über den Haufen geworfen werden und niemand mehr weiß, wie eine gute Beziehung aussehen soll – in dieser Zeit bietet der argentinische Tango trotz der Individualität seiner Anhänger und der Freiheit seiner Gestaltung feste Formen und Strukturen, feste Rollen und Verhaltensweisen. Hier, auf den Brettern, die die Welt bedeuten, gibt es keine Zweifel und keine Kämpfe, kein Gefühl der Unterlegenheit oder der Überheblichkeit. Alle sind sie eingefügt in eine Struktur, die größtmögliche Entfaltung und Toleranz garantiert. Ob alt oder jung, groß oder klein, dick oder dünn, Mann oder Frau – sie alle kommen zusammen, passen zusammen, tanzen zusammen und leben zusammen für die Dauer des Tanzes.

Astor Piazzolla, der bei uns bekannteste Tangomusiker, schrieb ein Stück mit dem bezeichnenden Titel „Drei Minuten mit der Wirklichkeit“ (gemeint sind die drei Minuten, die ein Tanz dauert). So ist der Tango: Er bietet für wenigstens drei Minuten eine wundervolle Realität innerhalb jener Illusion, die wir „Leben“ nennen.

(Quelle: PM Magazin 2004)